mJA: In der zweiten Halbzeit rehabilitiert

HG Saarlouis – TSV Rot-Malsch 26:19 (16:6)

Ein kompletter Systemabsturz führt zum alptraumhaften Fehlstart: Nach gerade mal fünf Minuten steht es aus Rot-Malscher Sicht 0:6. Eine Hypothek, die sich im Spiel gegen die HG Saarlouis als zu schwer erweist. Bis zur Halbzeit (6:16) sieht es nach einer heftigen Klatsche aus. In den zweiten zwanzig Minuten zeigt das Team dann aber eine große Moral und „gewinnt“ zumindest diesen Abschnitt mit 13:10.

Armin Rößler | TSV Rot-Malsch
Armin Rößler | TSV Rot-Malsch

Das Abenteuer Zweite-Bundesliga-Quali ist damit leider schon am ersten Tag beendet. Großwallstadt, Köln, München-Allach und eben Saarlouis dürfen am Sonntag um die zwei Plätze in der nächsten Qualifikationsrunde kämpfen. Die baden-württembergischen Starter aus Konstanz und Rot-Malsch treten die Heimreise an – und sehen sich in ein paar Monaten in der Regionalliga wieder.

Armin Rößler | TSV Rot-Malsch

Warum der schlechte Start? Es sind dieselben Fehler, die schon im ersten Spiel für die Niederlage verantwortlich waren. Die Anspiele wollen heute einfach nicht am Kreis landen, sondern werden in der Mitte wie magisch von den Gegenspielern angezogen. Die nutzen die Chancen zum schnellen Konter konsequent und ziehen so schon früh auf und davon. 0:6, das ist wie ein völlig verkorkster erster Satz im Tennis, von dem sich erst einmal wieder erholen muss.

Armin Rößler | TSV Rot-Malsch
Armin Rößler | TSV Rot-Malsch

Die rasche Auszeit nach 5:07 Minuten sorgt nur kurzfristig für Besserung: Das 1:6 (6.) und 2:7 (7.) sind auf den ersten Blick kleine Hoffnungsschimmer, tatsächlich aber nur ein Strohfeuer. Schnell heißt es 2:9 (11.) und sogar 3:11 (16.). Die Erkenntnis dämmert: Gegen diesen Gegner wäre höchstens mit einer absoluten Top-Leistung etwas zu holen, aber ganz sicher nicht so.

Armin Rößler | TSV Rot-Malsch

Es geht mit 6:16 in die Pause und danach erfreulicherweise etwas ausgeglichener weiter. Sicher muss der Gegner angesichts der klaren Führung nicht mehr das Letzte aus sich herausholen. Dennoch beweist der TSV eine tolle Moral: Das Team gibt nie auf, kämpft weiter um jedes Tor und robbt sich ergebnistechnisch nach der Eichhörnchen-Methode heran. Das wird zwar nie knapper als beim 20:13 (31.), die Niederlage hält sich aber unterm Strich im Rahmen.

Armin Rößler | TSV Rot-Malsch
Armin Rößler | TSV Rot-Malsch

Bärenstark und beispielhaft die letzte Szene eines langen und für alle intensiven Tages: Nach gleich drei Zeitstrafen gegen den TSV binnen dreißig Sekunden spielt das Team in der Schlussphase im Feld mit drei gegen sechs – und macht trotz dieser krassen Unterzahl quasi mit der Schlusssirene das 19:26 (40.). Schön auch, dass gegen Ende noch einige der Jungs eingesetzt werden, die vorher kaum oder gar keine Spielzeit erhalten haben.

Armin Rößler | TSV Rot-Malsch
Armin Rößler | TSV Rot-Malsch

Insgesamt war diese erste Bundesliga-Quali für alle – Spieler, Trainer, Fans – trotz der beiden Niederlagen ein Erlebnis, aus dem sicher einiges für die kommende Saison in der Regionalliga mitgenommen werden kann. Dort an den Start zu gehen, war bekanntermaßen das durchaus ambitionierte Ziel für den letztjährigen Vierten der Oberliga Baden-Württemberg. Insofern hat das Team schon überperformt und das Ausscheiden in der Bonus-Runde sollte keine zu große Enttäuschung (oder noch besser gar keine) hinterlassen. Alle sind zwar jetzt dankbar für die Pause, die Regionalliga darf trotzdem gerne kommen.

Armin Rößler | TSV Rot-Malsch
Armin Rößler | TSV Rot-Malsch

Das Team: Andre Paris, Josiah Rosarius (beide Tor) , Henrik Schwarz (1), Dominik Dillmann, Luis Förderer (1), Tobias Rieg, Julius Gehring (6), Vito Gärtner (4/1), Jonas Fischer, Leander Hofacker (2), Alfred Fellhauer, Jannis Benedict, Finnegan Rößler (1), Leart Xhylani (1), Jakob Herrmann, Thomas Valentin (3).

Armin Rößler | TSV Rot-Malsch

 

(Text & Fotos: Armin Rößler)

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