TSV Rot-Malsch – HSG Willstätt/Hanauerland 39:32 (20:19)
Was wird spannender? Die Landtagswahl oder das Handballspiel? Irgendwie beides. Während in Sachen Wahl die ersten Prognosen kurz nach Schließung der Wahllokale ein deutliches Ergebnis vorhersagen, und damit nur zunächst recht zu behalten scheinen, während es später am Abend noch einmal richtig eng zugeht, wollen es die Jungs des TSV ihrem Publikum noch viel weniger einfach machen: Ohne Mitfiebern geht mal wieder nichts. Wirklich entschieden wird die Partie erst in den letzten zehn Minuten, dafür dann aber doch sehr viel deutlicher als auf der politischen Ebene.
Und das Schöne: Während bei der Wahl Platz vier gerade noch so zum Einzug in den Landtag reicht und eher für lange Gesichter als für Freude sorgt, darf der TSV seinen eigenen Sprung auf Platz vier der Oberliga-Tabelle mit ganz viel Euphorie und Stolz auf die eigene Leistung feiern. Seit November, als man noch auf Rang sieben darbte, hat das Team das Feld von hinten aufgerollt. Schade, dass die Saison nur noch zwei Spieltermine im Kalender hat.
Gegen die HSG Willstätt/Hanauerland, die sich im Hinspiel mit einem klaren 36:29 sogar zum damaligen Tabellenführer krönte und jetzt auf den fünften Platz abrutscht, ist es zunächst eine ausgeglichene Partie. Rot-Malsch führt 5:4 (9.), liegt knapp zurück (5:6/11.) und zieht dann das Tempo an. Das 9:6 (14.) liest sich gut, das 11:7 (15.) sogar besser. Die Gäste kommen allerdings immer wieder auf drei oder zwei Tore Rückstand heran, verkürzen dann kurz vor der Pause auf 19:18 (28.) und schaffen sogar den 19:19-Ausgleich (30.). Mit der Halbzeitsirene geht der TSV nochmals in Führung (30.).
Danach bleibt es weiter eng, beim 21:22 (33.) hat das Team aus dem Ortenaukreis plötzlich wieder die Nase vorn. Aber wenn diese Saison etwas gelehrt hat, dann, dass die Moral der A-Jugend des TSV immer intakt ist. Der knappe Rückstand wird zur wieder klaren 25:22-Führung (39.) gedreht. Entschieden ist damit aber noch nichts, bis zum 30:28 (51.) bleiben die Gäste in Schlagdistanz. In der Schlussphase zieht der TSV allerdings unwiderstehlich davon.
Sicher mit ein Grund: Die HSG Willstätt/Hanauerland hat nur drei Mann auf der Reservebank sitzen, während der TSV dank seiner starken B-Jugend trotz einiger Verletzter aus dem Vollen schöpfen kann. Zwar reibt man sich als Zuschauer verwundert die Augen, wenn zwischendurch mal fünf (!) B-Jugendliche auf der Platte stehen, doch am Ende ist es in einem intensiven Spiel, in dem gerade die Phase mit offensiver Manndeckung ordentlich Körner kostet, vielleicht genau dieses Einteilen der Kräfte und Verteilen der Spielzeit, dass den Ausschlag auf die richtige Seite der Waage gibt. Auch erwähnenswert: 39 Tore sind Saisonrekord.
Und jetzt? Der TSV hat noch zwei Spiele vor der Brust, am Samstag, 14. März, 14 Uhr, in der Nordstadthalle Schwetzingen beim Tabellenneunten, der HG Oftersheim/Schwetzingen 2, und am Samstag, 21. März, 20 Uhr, in der Parkringhalle Rot gegen HGW Hofweier, den Zehnten. Mit 20:12 Punkten liegt man zwei Zähler hinter dem Dritten HRR Meißenheim/Nonnenweier/Ottenheim und drei hinter dem Zweiten SG Kappelwindeck/Steinbach. Geht da noch was? Der Spielplan eröffnet zumindest die Möglichkeit.
Es spielten: Andrè Paris, Oliver Oerther (beide Tor) , Henrik Schwarz (2), Dominik Dillmann (1), Luis Förderer (4), Tobias Rieg (5), Julius Gehring (9/1), Vito Gärtner (1), Jonas Fischer, Leander Hofacker (4), Jannis Benedict, Leart Xhylani (1), Finnegan Rößler (6), Bengt Tauer (5), Nils Benedict (1).
(Text & Fotos: Armin Rößler)
