TSV Rot-Malsch – HRR Meißenheim/Nonnenweier/Ottenheim 29:28 (14:15)
Langweilig wird es diese Saison bei der A-Jugend nicht. Auch das letzte Spiel vor der Weihnachtspause steht sechzig Minuten lang auf Messers Schneide und wird – wie vergangene Woche in Forst – am Ende mit einem einzigen Törchen Vorsprung gewonnen. Und das wieder einmal mit einem Spielverlauf, der nichts für schwache Nerven ist. Drei Tore Rückstand (2:5/7. und 22:25/43.), zwischenzeitlich sogar vier (16:20/35.), die erste eigene Führung erst beim 10:9 (17.) und in der zweiten Hälfte sogar erst in der 54. Minute (26:25). Am Ende dieser Turbulenzen steht dennoch ein wichtiger Sieg – willkommen auf der Achterbahn.
Die Gäste aus dem Ortenaukreis, die das Hinspiel mit 32:30 gewonnen haben, legen in der Reblandhalle los wie die Feuerwehr, führen ruckzuck mit 4:1 (4.). Physisch hat die HRR (das heißt übrigens Handball Region Ried) klare Vorteile und offensichtlich viele Akteure aus dem 2007er Jahrgang am Start, während beim TSV, der krankheitsbedingt auf einige Spieler verzichten muss, die aus der B-Jugend bravourös vertreten werden, überwiegend 2008 und noch jünger auf dem Spielberichtsbogen steht. Das Team lässt sich aber nicht unterkriegen, macht den körperlichen Nachteil mit Kampfgeist und immer wieder aufblitzender spielerischer Klasse wett. Die Moral ist heute top.
Der TSV robbt sich auf 5:6 (13.) heran, gleicht beim 8:8 (15.) erstmals aus, liegt plötzlich mit 11:9 (17.) in Führung. Die phasenweise stark aufspielenden Gäste schlagen zurück, es geht hin und her – 11:12 (20.), dann 13:12 (24.) und 14:15 (30.) zur Pause. Ein Rückstand, der sich in der zweiten Hälfte erst auf zwei (15:17/33.), dann auf die erwähnten drei und vier Tore erhöht. Die Abwehr macht ihre Sache prinzipiell gut, muss aber auch der physischen Unterlegenheit immer wieder naturgegeben Tribut zollen. Und im Angriff gibt es neben schönen Szenen leider auch einige vergebene Großchancen zu sehen – mehr Effizienz hätte dem Adrenalinspiegel des Publikums sicher gut getan.
Das Überragende: Der TSV kämpft sich immer wieder heran, auf 22:23 (42.) und 24:25 (48.), schafft den Ausgleich zum 25:25 (50.) und dann endlich wieder die Führung. Der Gast gleicht noch zweimal aus – 26:26 (54.) und 27:27 (57.) – muss dann aber zwei Treffer hintereinander schlucken und tritt die Heimreise letztlich mit leeren Händen an.
Fürs Tabellenbild der Oberliga Baden-Württemberg ist der Sieg besonders wichtig: Der TSV geht mit einem positiven Punktestand (12:10) in die vierwöchige Pause, klettert vorübergehend auf Platz fünf, punktgleich mit der HRR Meißenheim/Nonnenweier/Ottenheim, wobei die HSG Willstätt/Hanauerland (10:8) bei zwei Spielen weniger und dem besseren Torverhältnis noch vorbeiziehen könnte. Weiter geht es am Samstag, 17. Januar, 18 Uhr, in der Roter Parkringhalle gegen den Tabellenzweiten SG Kappelwindeck/Steinbach, ehe danach die längste Reise der Saison, zur HSG Dreiland nach Lörrach, ansteht.
Das Team: Andrè Paris, Per Tauer (beide Tor), Henrik Schwarz, Dominik Dillmann (2), Niklas Rittmüller, Julius Gehring (12/8), Vito Gärtner (3), Luis Förderer (2), Tobias Rieg, Leander Hofacker (4), Alfred Fellhauer (2), Finnegan Rößler (4/1), Bengt Tauer.
(Text & Fotos: Armin Rößler)
