mJA: Endlich!

TSV Rot-Malsch – HSG Walzbachtal 27:23 (11:10)

Ja! Es wurde Zeit, dass die A-Jugend des TSV Rot-Malsch endlich mal wieder als Sieger aus der Halle marschiert. Die jüngsten drei Niederlagen in Folge gegen Teams aus der oberen Tabellenhälfte – und das nach dem ärgerlichen Unentschieden gegen Tabellenführer Leutershausen – waren mal unnötig, mal knapp, mal unerklärlich. Umso besser, dass die Mannschaft sich und allen Zuschauern bewiesen hat, dass sie es doch kann. Einen Schönheitspreis bekommt sie dafür nicht, das Spiel ist zäh, fehlerbehaftet und zwischenzeitlich durchaus (schon wieder) auf des Messers Schneide. Aber das ist heute tatsächlich egal. Was zählt, ist der Sieg, sind die beiden Punkte und der Sprung ans obere Ende der unteren Tabellenhälfte, auf Platz sechs mit 5:9 Punkten. Das sollte helfen, dass alle Beteiligten, Spieler, Trainer, Fans, an die kommenden Aufgaben wieder mit etwas mehr Selbstbewusstsein gehen.

Armin Rößler | TSV Rot-Malsch
Armin Rößler | TSV Rot-Malsch

Die Spiele des TSV Rot-Malsch zeichnen sich in dieser ersten Saison in der neuen Oberliga Baden-Württemberg durch eine auffällige Torarmut aus. Das Team hat mit 162 Toren die wenigsten Treffer aller zehn Mannschaften erzielt, mit 172 aber auch die wenigsten kassiert. (Das abgebrochene, als Sieg für den TSV gewertete, aber mit dem Ergebnis 0:0 in die Statistik eingegangene Spiel gegen Forst beeinflusst diese Rechnung nur marginal.) Heißt: In der Abwehrarbeit erledigen die Jungs ihren Job. Aber es hakt im Abschluss.

Armin Rößler | TSV Rot-Malsch

Erkenntnisse, die sich auch dem unbedarften Zuschauer in der Malscher Reblandhalle in der Partie gegen Walzbachtal sehr rasch erschlieĂźen. Bis zur 1:0-FĂĽhrung fĂĽr den Gastgeber ticken sage und schreibe 2:53 Minuten von der Uhr, bis zum 1:1-Ausgleich sind es schon 5:15. Hinten hui, vorne pfui, es ist das alte Lied. Nach zehn Minuten steht ein ernĂĽchterndes 3:2 auf der Anzeigetafel.

Armin Rößler | TSV Rot-Malsch
Armin Rößler | TSV Rot-Malsch

Was zäh beginnt, setzt sich zäh fort, zunächst aber immerhin mit mehr Erfolgserlebnissen für den TSV: Der zieht im Schneckentempo auf 8:4 (17.) und 10:6 (21.) davon, nur um sich dann wieder einmal eine dieser unerklärlichen Tiefschlafphasen zu leisten, in denen es vorne und hinten gleichzeitig nicht stimmt. Die Quittung ist das 10:10 (28.) kurz vor der Pause, dem dann wenigstens noch ein eigener Treffer zur 11:10-Halbzeitführung (29.) folgt. Trotzdem schwebt über dieser Phase das Damoklesschwert der jüngsten Erfahrungen: Es wäre nicht die erste Führung, die das Team nicht nach Hause bringt. Das Déjà-vu steht quasi vor der Tür.

Armin Rößler | TSV Rot-Malsch

Befürchtungen, die sich glücklicherweise nicht bestätigen: Bis zum 13:13 (36.) bleibt das Spiel in der zweiten Hälfte zwar ausgeglichen, doch dann zieht der TSV das Momentum endlich einmal auf seine Seite. Zwar braucht er wieder stolze sieben Minuten für drei Tore, das 16:13 (43.) ist angesichts des holprigen Spielverlaufs aber ein echter Lichtblick. Das 19:15 (48.) wirkt wie eine Vorentscheidung, das 22:17 (53.) scheint die Hoffnung zu zementieren. Prompt lässt man den Gegner noch einmal auf 23:20 (55.) herankommen.

Armin Rößler | TSV Rot-Malsch
Armin Rößler | TSV Rot-Malsch

Sie werden doch nicht …? Tun sie nicht. Spätestens das 26:21 (57.) entscheidet die Partie, passenderweise ein kurioses Eigentor der Gäste – die zum wiederholten Mal ihren Torwart zugunsten eines weiteren Feldspielers von der Platte genommen haben, was den TSV-Keeper nach einem abgefangenen Angriff zum Distanzwurf animiert, der das Walzbachtaler Tor zwar verfehlt hätte, von einem Abwehrspieler aber beim Rettungsversuch unglücklich in eben dieses gelenkt wird. Wir verbuchen das mal unter „Glück des Tüchtigen“.

Armin Rößler | TSV Rot-Malsch

Ein Sieg, der die Brust hoffentlich wieder ein bisschen breiter macht und helfen könnte, wieder in einen positiven Flow zu kommen. Die beiden nächsten Spiele halten mit der (wieder weiten) Auswärtsfahrt zum Tabellenletzten HGW Hofweier (Samstag, 22. November, 15.30 Uhr) und dem Heimspiel gegen den Vorletzten HG Oftersheim/Schwetzingen 2 (Samstag, 29. November, 20 Uhr, Reblandhalle) Möglichkeiten bereit, Punkte zu sammeln und zumindest den Anschluss an die obere Tabellenhälfte wieder herzustellen. Möglichkeiten, die es zu nutzen gilt.

Armin Rößler | TSV Rot-Malsch
Armin Rößler | TSV Rot-Malsch

Das Team: Andrè Paris (Tor), Henrik Schwarz (2), Dennis Tuncay (1), Niklas Rittmüller, Vito Gärtner, Julius Gehring (5/2), Aaron Bohn (5), Jonas Fischer (1), Leander Hofacker (6), Alfred Fellhauer, Per Tauer (4), Finnegan Rößler (2/1), Bengt Tauer (1).

P.S. Die Zahl der hier angegebenen Tore richtet sich nach dem offiziellen Spielbericht. Der Berichterstatter hätte nach seinen Beobachtungen drei Zahlen anders notiert und schlieĂźt weitere Abweichungen, die auch ihm entgangen sein könnten, nicht aus …

(Text & Fotos: Armin Rößler)

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