mJA: Wir hätten gerne weitergespielt …

TSV Rot-Malsch – TV Forst 17:9 (Spielabbruch durch die Gäste nach 21:51 Minuten)

Manchmal trifft man im Leben die falschen Entscheidungen, manchmal glücklicherweise aber auch die richtigen. Letzteres passiert dem Hobby-Sportfotografen am Samstagabend, als Kamera, Licht und vielleicht auch Tagesform und Können nicht so recht harmonieren wollen und der zunächst für die Halbzeitpause geplante Tausch der Gerätschaften spontan doch schon nach zehn Minuten vollzogen wird. Absolut richtige Entscheidung, fällt die Halbzeitpause und vor allem die zweite Halbzeit nämlich leider flach. Dass gar nicht bis zu diesem Zeitpunkt, sondern netto nur 21:55 Minuten gespielt wird, was dennoch rund fünfundfünfzig (!) Minuten in der Halle entspricht, liegt an einer anderen Entscheidung, über die man zumindest geteilter Meinung sein darf: Die Gäste aus Forst entscheiden sich beim Stand von 17:9, die Partie abzubrechen.

Armin Rößler | TSV Rot-Malsch
Armin Rößler | TSV Rot-Malsch

Was ist passiert? In der 16. Minute, beim Stand von 12:8 für Rot-Malsch, muss der Gäste-Torwart einen höchst unglücklichen Kopftreffer hinnehmen, der eine längere Behandlungspause nach sich zieht und schließlich den Einsatz eines Feldspielers mit Torhüter-Leibchen notwendig macht. Unglücklich ist das deshalb, weil der Rot-Malscher Angreifer zuvor von gleich zwei Gegenspielern festgehalten und am Abschluss gehindert wird, den Ball beim Befreiungsversuch letztlich unkontrolliert und unabsichtlich Richtung Tor und Torwart wirft.

Armin Rößler | TSV Rot-Malsch
Armin Rößler | TSV Rot-Malsch

In der 22. Minute muss die Partie dann erneut unterbrochen werden, inzwischen steht ein 17:9 auf der Anzeigetafel. Es ist eine Aktion, wie sie in jedem Spiel des Öfteren zu beobachten ist: Der Angreifer aus Forst trifft mit viel eigener Wucht auf die Abwehr, prallt förmlich ab, fällt – und das in diesem Fall leider unglücklich und sehr schmerzhaft auf den Ellbogen. Das Rote Kreuz trifft bald ein und kümmert sich um die Erstversorgung. Beiden Gästespielern gilt natürlich gute Besserung! Wir drücken die Daumen, dass ihr schnell wieder spielen könnt.

Armin Rößler | TSV Rot-Malsch
Armin Rößler | TSV Rot-Malsch

War die Partie überhart? Nein. Sie war intensiv, beide Teams haben sich wenig bis nichts geschenkt, sind deshalb aber auch nicht übertrieben unfair zur Sache gegangen. A-Jugend-Handball in der Oberliga Baden-Württemberg bedeutet nun mal auch eine gewisse Körperlichkeit. Ob es die richtige Entscheidung ist, ein Liga-Spiel um Punkte nach dem oben Geschilderten abzubrechen, muss das Team aus Forst mit sich selbst ausmachen. Rückschläge und die Momente, in denen alles gegen einen zu laufen scheint, gehören aus Sicht des Berichterstatters im Sport nun mal dazu. Aufgeben und Resignation ist da selten die richtige Reaktion.

Armin Rößler | TSV Rot-Malsch
Armin Rößler | TSV Rot-Malsch

Der TSV Rot-Malsch hätte gerne weitergespielt und die Partie nicht am grünen Tisch, sondern in der Halle gewonnen – gerade nach der knappen Auftaktniederlage in der neuen Klasse wäre das ein schönes Signal des Teams (das bis zum Abbruch mit seiner Leistung zufrieden sein darf) an sich selbst gewesen. Das auch vor dem Hintergrund, dass in der nächsten Partie – schon am Donnerstag, 2. Oktober, 18 Uhr, in der Parkringhalle in Rot – mit (nach dem ersten Spieltag) Tabellenführer Saase3 Leutershausen ein anspruchsvoller Gegner wartet, der seine Auftaktpartie in Forst (über die vollen sechzig Minuten) mit 37:29 gewonnen hat.

Armin Rößler | TSV Rot-Malsch

Das Team: Per Tauer (Tor), Henrik Schwarz (3), Dennis Tuncay, Niklas Rittmüller, Vito Gärtner, Julius Gehring (2), Aaron Bohn (3), Jonas Fischer (1), Luis Förderer (2), Alfred Fellhauer, Finnegan Rößler (5/2), Tobias Rieg, Leander Hofacker (1).

(Text, Fotos & ausnahmsweise auch Meinung: Armin Rößler)

1 Gedanke zu „mJA: Wir hätten gerne weitergespielt …“

  1. Also nach zwei Verletzten und Schiedsrichtern, die das Spiel nicht mehr unter Kontrolle haben und nichts mehr pfeifen bis sich einer verletzt (oder nichtmal dann), kann man schonmal abbrechen. Das Ergebnis war ja schon deutlich genug und ohne Torwart wäre das wohl nicht mehr groß anders ausgegangen… Bei der Atmosphäre in der Halle und wenn der Gegenspieler den Forster Torwart nach dem Gesichtstreffer noch angrinst, dann riskiert man da beim weiterspielen doch nur blaue Karten und weitere Verletzte und am Spielstand hat’s eh nix mehr geändert.

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