Südpfalz Tiger – TSV Rot-Malsch 29:28 (13:16)
Auf lautstarken Wunsch aus der Mitte der Reisegruppe – elf Spieler, das dynamische Trainer-Duo, die Kamera-Crew sowie das Presse- und Social-Media-Team (leider dieses Mal keine Fans) – soll es heute ausnahmsweise einmal nicht vordergründig um Handball gehen. Sondern um die schönen Seiten des Lebens. Das zwingt den Chronisten zu seinem Bedauern, einige der Todsünden des Journalismus für die Berichterstattung zu bemühen: nämlich das Wetter und die Speisekarte. Aber was macht man nicht alles für zufriedene Leser …
Also widmen wir uns der Zeit nach dem Spiel, das die A-Jugend im mittleren Teil ihrer Pfalz-Trilogie wieder einmal ins heimelige Kuhardt zu den Südpfalz Tigern geführt hat. Was interessieren uns Ergebnis und Spielverlauf, wenn wir auch über die intensive Nachbearbeitung des Geschehens sprechen könnten? Und wie oder wo könnte diese besser stattfinden, als an einem lauschigen Sommerabend mit Blick auf Vater Rhein und einem Gläschen Pfälzer Weinschorle (weiß-sauer, versteht sich) in der Hand?
Das Rasthaus Ziegelei am Rheindamm in Germersheim offeriert dieses Ambiente, ergänzt durch die passenden kulinarischen Genüsse. Zielsicher (und damit weitaus mit einer höheren Trefferquote als zuvor auf der Platte) wählen die Protagonisten Schnitzel mit Pommes, die doppelte Currywurst (auch mit Pommes) oder den Wurstsalat (nicht nur mit Pommes) und lassen es sich munden. Auffallend: Wirklich gesunde Sportlernahrung (ja, richtig, der Beilagensalat) findet ihren Weg nur in einen der beiden Trainermägen. Im anderen schwimmt Fisch(-brötchen), das ebenfalls lecker gewesen sein soll. Ein schöner Abschluss eines sportlich nicht restlos zufriedenstellenden Ausflugs.
Aber das erwähnen wir nur kurz: Gegen einen deutlich stärkeren Gegner als vergangene Woche braucht die A-Jugend des TSV Zeit, ins Spiel zu finden. Dann macht sie ihre Sache gut, steht defensiv stabil, nutzt viele, leider jedoch längst nicht alle der zahlreichen Konterchancen. Dass die verdiente Pausenführung irgendwann dahin bröckelt, hat Gründe: Offensiv sind es überhastete Abschlüsse, statt die Angriffe konsequent zu Ende zu spielen. In der Defensive entstehen im zweiten Abschnitt immer mehr Lücken, die es den Tigern aus der Südpfalz sehr einfach machen, hineinzustoßen. Hätte, hätte, Fahrradkette: Mehr Tore in der ersten Halbzeit wären mit mehr Konzentration locker möglich gewesen. Und bei nur fünfzig statt sechzig Minuten Spielzeit wäre der noch um die richtige Spielfitness ringende TSV dennoch als Sieger aus der Halle (und ins Ausflugslokal) marschiert. Beides zeigt, dass langsam oder besser schnell aus dem Ferien- in den Sportmodus geschaltet werden muss. Aber wir wollten ja gar nicht über Handball reden …
Spielfotos heute konsequenterweise nur auf den Social-Media-Kanälen – die freuen sich über Klicks, Likes und was man da sonst noch tut. Fans haben übrigens am kommenden Sonntag, 31. August, beim Turnier in Schifferstadt die Chance, Präsenz zu zeigen.
Es spielten: Andre Paris (Tor), Vito Gärtner (1), Niklas Rittmüller (2), Thomas Valentin (1), Julius Gehring (7/2), Aaron Bohn (4), Jonas Fischer (1), Alfred Fellhauer (3), Per Tauer (3), Finnegan Rößler (3/1), Bengt Tauer (3).
(Text & Fotos: Armin Rößler)
